Herzogs Rede Aufbruch ins 21. Jahrhundert bringt viele Fragen auf: Wie politisch soll der Bundespräsident sein dürfen? Wie kann man ein ganzes Volk ermutigen (wenn es sogar möglich ist)? Wie sehr soll eine Person in einer Autoritätsstellung auf ihrer eigenen Meinung drängen? In diesem Aufsatz werde ich alle diese Fragen erwähnen durch eine Diskussion über einige Herzogs vorgeschlagene Lösungen zur „deutschen Krankheit“.
Gewiss müssen die Bürger eines wirtschaftlich schwachen Landes mehr an die Gesellschaft denken und zu ihrem Wohl arbeiten. Angesichts dessen kann man Herzogs Vorschläge sehr gut verstehen, aber sogar während wirtschaftlich schwerer Zeiten darf man an sich selbst denken, seine eigenen Träume haben.
Also auf Herzogs Vorschlag, dass man nicht nur einen Beruf haben soll oder zu viel Zeit an der Universität verbringen soll, antworte ich, dass ja es insgesamt besser für die Wirtschaft wäre, aber wenn man nur – aber sehr – als Lehrer arbeiten will, wäre es wirklich kein Problem. Gleichfalls, wenn man an der Universität anfängt, ohne zu wissen was man als Beruf machen will – studierend nur wegen Interesse –, ist es auch kein Problem solange man versteht, dass seine Ausbildung ein Aufwand der Gesellschaft ist und man ihn später heimzahlen soll. Vielleicht wird diese Person, nach fünfzehn Jahren Universitätsausbildung einen wunderbaren Wirtschaftsreformplan oder eine Krebskur erfinden.
Kurz glaube ich einfach, dass der Bundespräsident eine respektvolle Stellung hat und damit kann er Viele inspirieren – und er soll das versuchen. Trotzdem kann er auch Träume vernichten und muss er vorsichtig sein, um ein Ziel nicht auf Kosten des Glücks und der Gesundheit der Menschen zu erreichen. Gewiss wurde die Wirtschaft der USA die stärkste der Welt in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, aber wie hat sich das Leben geändert? Vor 1905 haben nur 1% U.S. Amerikaner bis zum 75. Lebensjahr an Depression gelitten; von den nach 1955 Geborenen hatten 6% vor dem Alter von 24 an eine Depression gelitten.1
Schließlich erkläre ich, dass ich nicht andeute, dass ich oder irgendwer anders eine bessere Rede als Herzogs leisten konnte. Ich kenne gar nicht genug den Kontext und die Folgen der Rede, das zu äußern. Ich teile nur einige Grübeleien mit.
Recently I was visited by a very good friend who had just returned from a long walk in the woods, and I asked her what she had observed. 'Nothing in particular,' she replied. I might have been incredulous had I not been accustomed to such responses, for long ago I became convinced that the seeing see little.
How was it possible, I asked myself, to walk for an hour through the woods and see nothing worthy of note? I who cannot see find hundreds of things to interest me through mere touch. I feel the delicate symmetry of a leaf. I pass my hands lovingly about the smooth skin of a silver birch, or the rough, shaggy bark of a pine. In spring I touch the branches of trees hopefully in search of a bud, the first sign of awakening Nature after her winter's sleep. I feel the delightful, velvety texture of a flower, and discover its remarkable convolutions; and something of the miracle of Nature is revealed to me.
-Helen Keller, Three Days to See (1933)
NB: Helen Keller was deaf-blind.
How was it possible, I asked myself, to walk for an hour through the woods and see nothing worthy of note? I who cannot see find hundreds of things to interest me through mere touch. I feel the delicate symmetry of a leaf. I pass my hands lovingly about the smooth skin of a silver birch, or the rough, shaggy bark of a pine. In spring I touch the branches of trees hopefully in search of a bud, the first sign of awakening Nature after her winter's sleep. I feel the delightful, velvety texture of a flower, and discover its remarkable convolutions; and something of the miracle of Nature is revealed to me.
-Helen Keller, Three Days to See (1933)
NB: Helen Keller was deaf-blind.
Wednesday, January 23, 2008
Gedanken zu Herzogs Rede Aufbruch ins 21. Jahrhundert: Auf Kosten von was?
Gepostet von
Nicholas Dubé
unter
Wednesday, January 23, 2008
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